Vikunja (Vicuña): Was zeichnet die Naturfaser aus?
Vikunja, international meist Vicuña geschrieben, bezeichnet die besonders feine Naturfaser aus dem Fell des südamerikanischen Vikunjas (Vicugna vicugna). Das wild lebende Kamelid ist in den Hochanden von Peru, Bolivien, Chile und Argentinien heimisch. Seine Faser zählt mit etwa 12 Mikrometern Durchmesser zu den feinsten tierischen Textilfasern und wird wegen ihrer außergewöhnlich weichen, leichten und wärmenden Eigenschaften geschätzt.
Warum ist Vikunja so besonders?
Vikunja wird nur in begrenzten Mengen gewonnen. Die Tiere werden bei kontrollierten Fang- und Schuraktionen geschoren und anschließend wieder freigelassen; der internationale Handel mit Vicuña-Fasern ist durch CITES geregelt. Aufgrund ihrer Seltenheit und Feinheit gehört die Faser zu den exklusivsten Materialien der hochwertigen Herrenmode. Sie wird unter anderem für Mäntel, Sakkos, Schals und besonders luxuriöse Stoffe verwendet. Naturbelassene Vicuña-Fasern besitzen typischerweise einen warmen, zimt- bis goldbraunen Farbton. Bei hochwertiger Maßkonfektion kann Vikunja dort eingesetzt werden, wo ein besonders feiner Griff, geringes Gewicht und exklusive Materialität im Vordergrund stehen.